Lena Brandt

Schreibt Welpenstart Tagebuch

Über mich

Zwei Jahre gezögert. Dann nochmal überlegt. Dann nochmal gezögert. Und dann hat mich ein Foto eines Mischlingswelpen im Tierschutz so erwischt, dass ich am nächsten Tag dort angerufen habe.

Woche eins: zweimal ins Bett gepinkelt, ein Kissen zerlegt (das mit dem Muster), und so viel Nachtunruhe, dass ich am Dienstagabend auf der Küchentreppe saß und geheult habe. Nicht dramatisch. Einfach restlos erschöpft, und gleichzeitig komisch dankbar, weil er schließlich neben mir eingeschlafen ist.

Das Aufschreiben hilft mir. Und damals, als ich nicht sicher war, ob ich das wirklich hinbekomme, hätte ich gerne ehrliche Berichte gelesen statt optimierter Anleitungen.

27, Lehramtsstudium in Leipzig, Altbauwohnung im dritten Stock in Gohlis ohne Aufzug. Meine Mitbewohnerin Nele hatte keinen Welpen eingeplant und teilt ihre Meinung dazu ausschließlich per Post-it an der Badtür. Kein Hundetrainer-Hintergrund, keine tiernahe Ausbildung. Nur eine Studentin mit einem Notizbuch und einer langen Liste offener Fragen.

Svenja, eine Kommilitonin mit einem Border-Collie-Mix, ist die einzige in meinem Umfeld, die tatsächlich versteht, was Puppy Blues bedeutet. Klara aus dem zweiten Stock, die einen achtjährigen Labrador hat, klopft manchmal abends an die Tür und sagt: "Das hört irgendwann auf." Ich glaube ihr.

Artikel von Lena Brandt

Offenlegung

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