Welpe Treppen steigen: Warum ich meinen Mischling noch immer die Stufen trage

Welpe Treppen steigen: Warum ich meinen Mischling noch immer die Stufen trage

Es ist fast Mitternacht, das Treppenhaus in meinem Leipziger Altbau ist nur spärlich beleuchtet und ich balanciere zwölf Kilo zappelndes Hundeglück auf meinem linken Hüftknochen, während ich mit der rechten Hand verzweifelt nach meinem Schlüssel in der Tiefe meines Rucksacks angle. Er riecht nach feuchtem Hundefell – wir kommen gerade vom letzten Pipi-Gang im Nieselregen – und sein rhythmischer, schwerer Atem geht direkt gegen meinen Hals. In diesem Moment frage ich mich ernsthaft, wann das endlich aufhört.

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Kurzer Realitätscheck für dich: Ich bin 27, studiere Lehramt und habe mir nach ewigem Hin und Her endlich meinen Traum vom Tierschutz-Mischling erfüllt. Aber die Romantik ist spätestens in der ersten Februarwoche verflogen, als dieser kleine Kerl zweimal in mein Bett gepinkelt, ein Kissen fachgerecht zerlegt und mich so um den Schlaf gebracht hat, dass ich am Dienstagabend weinend auf der Küchentreppe saß. Falls du dich also gerade fragst, ob du die Einzige bist, die wegen eines Welpen kurz vor dem Burnout steht: Nein. Willkommen im Club der Puppy Blues.

Hinweis: In diesem Text erzähle ich dir von meinem Chaos und verlinke auch die Online-Kurse, die mich gerade davor bewahren, komplett den Verstand zu verlieren. Wenn du über diese Affiliate-Links etwas kaufst, erhalte ich eine Provision – für dich kostet es keinen Cent mehr. Ich empfehle nur, was ich hier in meiner kleinen Wohnung in Leipzig selbst mit dem Zwerg teste. Hier ist meine Offenlegung.

Vierter Stock, kein Aufzug und ein 14 Wochen alter Dickkopf

Als ich mich für meinen Mischling entschieden habe, dachte ich: „Ach, das bisschen Tragen, das ist doch wie ein kostenloses Fitnessstudio.“ Spoiler: Es ist kein Fitnessstudio. Es ist die Hölle für die Lendenwirbelsäule. Mein Kleiner ist jetzt 14 Wochen alt und wächst gefühlt stündlich. Wir wohnen im vierten Stock. Das bedeutet: Mindestens sechs bis acht Mal am Tag hoch und runter.

Warum ich mir das antue? Weil ich in meinem Online-Kurs gelernt habe, dass die Wachstumsfugen bei Hunden erst zwischen 12 und 18 Monaten vollständig schließen. Bis dahin sind die Gelenke wie weiches Wachs. Wenn ich ihn jetzt diese steilen, unebenen Holzzargen hier im Leipziger Osten hochjage, riskiere ich, dass er später mit schwerer Hüftdysplasie zu kämpfen hat. Und das will ich nicht. Nicht für ihn.

Aber sag das mal meinen Nachbarn. „Lassen Sie den doch mal laufen, der hat doch Beine!“, rief mir neulich die Dame aus dem Hochparterre zu, während ich schnaufend an ihrer Tür vorbeiwankte. Ich hätte sie am liebsten mit meiner vollgesabberten Leine beworfen. Die Leute verstehen nicht, dass ein Welpe im Tierschutz-Modus oft gar nicht einschätzen kann, wann Schluss ist. Er würde die Treppen wahrscheinlich hochstürmen, bis er umkippt.

Nahaufnahme von Händen, die einen 14 Wochen alten Welpen auf einer Holztreppe halten

Der Moment, in dem ich mich wie die schlechteste Hundemama Leipzigs fühlte

Es war ein regnerischer Nachmittag letzte Woche. Ich war spät dran für meine Seminaranmeldung, mein Rücken brannte schon von den drei Gängen davor und ich dachte mir: „Komm, die letzten drei Stufen schafft er allein.“ Ich setzte ihn ab. Er sah mich mit seinen großen Knopfaugen an, machte einen Satz – und rutschte auf dem glatten Holz weg. Er jaulte einmal kurz auf, dieses hohe, schneidende Geräusch, das einem direkt ins Herz geht.

Gott, ich habe mich so schrecklich gefühlt. Ich dachte sofort: „Ich bin angehende Lehrerin, ich soll Verantwortung für Kinder übernehmen und ich werde hier von einer Kreatur ausgespielt, die gerade erst ein Loch in meine Lieblingsbettdecke gefressen hat.“ Er war zum Glück unverletzt, aber das war der Weckruf. Seitdem wird wieder getragen. Ohne Ausnahme.

Was mir in diesen Momenten hilft, ist der Grundkurs Ein neuer Hund. Desiree Scheller erklärt da so wunderbar ruhig, dass dieses langsame Tempo kein Fehler ist, sondern ein Feature. Man will alles sofort: der perfekte Rückruf, die perfekte Leinenführigkeit, und natürlich soll der Hund allein die Treppen steigen. Aber Geduld ist beim Welpen das wichtigste Fach, das ich gerade belegen muss. Der Kurs hat mir gezeigt, dass mein Instinkt, ihn zu schützen, richtig war.

Der stechende Schmerz im Rücken und die Realität des Alltags

Ich will ehrlich zu dir sein: Die körperliche Belastung ist real. Dieser scharfe, stechende Schmerz im unteren Rücken ist mein ständiger Begleiter geworden. Wenn ich morgens um sechs im Schlafanzug die Treppen runterstolpere, weil der Zwerg DRINGEND muss, fühle ich mich wie achtzig. Aber dann schaue ich mir seine Körpersprache an und sehe, wie er sich in meinen Arm kuschelt, und weiß, wofür ich es mache.

Es ist auch eine Frage der Sicherheit. Unsere Treppen sind alt, uneben und oft rutschig. Ein Welpe mit 14 Wochen hat noch nicht die Koordination eines Profisportlers. Er ist eher wie ein betrunkener Seemann auf Landgang. Das Risiko, dass er stürzt und sich eine Pfote bricht oder eben die Gelenke langfristig schädigt, ist mir einfach zu hoch.

Ich habe angefangen, alles aufzuschreiben. Jedes Mal, wenn ich ihn trage, jedes Mal, wenn er draußen Pipi macht statt auf den Teppich. Es hilft mir, nicht verrückt zu werden. Wenn du auch so ein kleines Energiebündel hast, das dir den letzten Nerv raubt, schau dir mal den Kurs Lass das Glück einziehen an. Mirjam Cordt geht da total auf diese emotionalen Themen wie Überforderung und Puppy Blues ein. Was mich echt beruhigt hat: Die Rückgabequote für diesen Kurs liegt laut DigiStore24-Statistik bei nur rund 3 Prozent. Das heißt, ich bin nicht die Einzige, der das hilft!

Studenten-Schreibtisch mit Online-Hundekurs und einem angekauten Kissen im Hintergrund

Wann dürfen Welpen eigentlich Treppen steigen?

Ich habe viel gelesen und mich durch die 57 Lektionen im Online Hundeschule Welpenkurs gewühlt. Die allgemeine Faustregel besagt, dass man sie so lange wie möglich tragen sollte, besonders bei steilen oder glatten Stufen. Ab dem vierten oder fünften Monat kann man anfangen, sie MAL eine Stufe steigen zu lassen – kontrolliert, an der Leine, ganz langsam. Aber eben nicht vier Stockwerke am Stück.

Es geht dabei nicht nur um die Gelenke, sondern auch um den Kopf. Treppensteigen ist für einen Welpen geistige Höchstleistung. Er muss jede Pfote einzeln koordinieren. In meinem stressigen Studentenalltag zwischen Hausarbeiten und Prüfungsphase vergesse ich oft, dass für ihn alles neu ist. Wenn wir dann noch das Thema Autofahren oder Besuch dazunehmen, ist sein kleines Gehirn oft schon vor der ersten Stufe Matsch.

Manchmal, wenn ich ihn so trage, genieße ich diesen Moment sogar. Es ist eine der wenigen Zeiten am Tag, in denen er wirklich stillhält. Er ist dann ganz nah bei mir, ich spüre seinen Herzschlag und diesen typischen Welpengeruch (der zum Glück meistens den Geruch von nassem Hund überdeckt). Es ist unsere kleine Bonding-Zeit, bevor er zu groß wird und ich ihn beim besten Willen nicht mehr heben kann.

Mein Fazit: Trag ihn, solange du kannst

Ja, es nervt. Ja, die Nachbarn nerven. Und ja, mein Rücken hasst mich. Aber wenn ich mir vorstelle, dass mein Mischling in zehn Jahren immer noch schmerzfrei mit mir durch den Clara-Zetkin-Park rennen kann, dann trage ich ihn auch noch den fünften Stock hoch, falls wir mal umziehen sollten.

Falls du gerade auch an dem Punkt bist, wo du nachts um elf weinend in der Küche stehst, weil der Hund SCHON WIEDER den Müll ausgeleert hat oder du einfach nicht mehr kannst: Atme tief durch. Es wird besser. Wir lernen das gerade beide. Er lernt, wie man ein Hund in der Stadt ist, und ich lerne, dass ich nicht perfekt sein muss.

Wenn du Unterstützung brauchst, die über die Standard-Tipps von „Hundeprofis“ hinausgeht, die noch nie im 4. Stock gewohnt haben, kann ich dir den Grundkurs Ein neuer Hund wirklich ans Herz legen. Er ist wunderbar entschleunigt und nimmt den Druck raus, den man sich als Anfängerin ständig selbst macht. Wir schaffen das – Stufe für Stufe.