Puppy Blues Erfahrungen: Warum mich die Überforderung mit Welpe fast verzweifeln lässt

Puppy Blues Erfahrungen: Warum mich die Überforderung mit Welpe fast verzweifeln lässt

Es ist Dienstagabend, 23:15 Uhr. Ich sitze auf der eiskalten Küchentreppe meiner WG in Leipzig, starre auf die Reste eines ehemals sehr schönen (und teuren) Samtkissens und heule mir die Augen aus dem Kopf. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Und das Schlimmste? Ich habe das Gefühl, den größten Fehler meines Lebens gemacht zu haben.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das bedeutet, dass ich beim Kauf über diese Links eine Provision erhalten kann, ohne dass sich Ihr Preis ändert.

Bevor ich dir erzähle, wie ich aus diesem Loch langsam wieder rauskrabbel, ein kleiner Hinweis: Ich schreibe hier über meine ganz persönlichen Erfahrungen und die Kurse, die mir gerade den Hintern retten. Wenn du über die Links in diesem Text etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis natürlich nichts. Ich empfehle nur das, was ich nachts um zwei selbst verzweifelt im Browser offen habe, während der Welpe an meinem Zeh kaut. Hier ist meine vollständige Offenlegung.

Der Traum vom Hund und die brutale Realität

Eigentlich sollte alles perfekt sein. Ich habe Monate gewartet, Bücher gelesen, die Wohnung welpensicher gemacht und endlich war er da: mein kleiner Mischling aus dem Tierschutz. 14 Wochen alt, Schlappohren, ein Blick zum Dahinschmelzen. Aber die Realität in meiner ersten Woche? Die war alles andere als Instagram-tauglich.

Ich dachte, ich wäre vorbereitet. Schließlich bin ich 27, studiere Lehramt und habe schon ganz andere Stressphasen im Studium überstanden. Aber nichts – absolut GAR NICHTS – bereitet dich auf diesen permanenten Schlafmangel vor. In den letzten drei Wochen habe ich im Schnitt vielleicht 4 Stunden pro Nacht geschlafen. Mein Gehirn fühlt sich an wie Watte.

An diesem besagten Dienstag (es war der 07. April 2026, ich werde dieses Datum nie vergessen) kam alles zusammen. Er hatte an diesem Tag zum zweiten Mal direkt in mein Bett gepinkelt. Kurz nachdem ich die frische Wäsche aufgezogen hatte. Falls du das auch gerade durchmachst: Ich habe dazu einen extra Text geschrieben, wie man nächtliche Unfälle vielleicht doch noch in den Griff bekommt.

Warum niemand über Puppy Blues spricht

Wenn ich meinen Freunden erzähle, wie fertig ich bin, ernte ich meistens nur Unverständnis. „Aber er ist doch so süß!“, heißt es dann. Oder: „Du wolltest das doch so.“ Ja, verdammt, ich wollte das! Aber ich wollte nicht das Gefühl haben, mein komplettes Leben aufgegeben zu haben. Das ist genau das, was man Puppy Blues nennt – diese totale emotionale Erschöpfung, die fast 40 % aller neuen Hundebesitzer trifft. Aber wer gibt das schon gerne zu?

In meiner ersten Woche (ich habe darüber in meinem Woche 1 Tagebuch berichtet) dachte ich noch, es wäre nur der Schock. Aber am 07. April saß ich da und dachte ernsthaft darüber nach, ihn zurückzugeben. Ich fühlte mich wie eine Versagerin. Er hatte gerade mein Lieblingskissen zerlegt und ich saß auf der Treppe und dachte: Ich hasse diesen Hund. Und dann habe ich mich noch mehr gehasst, weil ich so gedacht habe.

Die 3-3-3 Regel und der Tierschutz-Faktor

Was mir erst später klar wurde: Ein Hund aus dem Tierschutz braucht Zeit. Die 3-3-3 Regel besagt: 3 Tage zum Ankommen, 3 Wochen zum Verstehen der Routinen und 3 Monate, um sich wirklich zu Hause zu fühlen. Wir waren am 07. April gerade mal in Woche zwei. Er wusste nicht, dass das Kissen kein Spielzeug ist. Er wusste nicht, dass das Bett kein Klo ist. Er war einfach nur ein 14 Wochen altes Baby in einer fremden Welt.

Der Wendepunkt: Hilfe suchen, bevor man verrückt wird

Nach meinem Zusammenbruch auf der Treppe wusste ich: Wenn ich jetzt nicht massiv etwas ändere, schmeiße ich hin. Mein Studium leidet, meine Mitbewohnerin ist genervt, weil er nachts jault, und ich erkenne mich selbst nicht wieder. Ich habe angefangen, nach Lösungen zu suchen, die nicht nur „Sitz“ und „Platz“ beinhalten, sondern sich um das emotionale Chaos kümmern.

Ich habe mich für den Online-Kurs Lass das Glück einziehen entschieden. Ehrlich gesagt: Der Preis von 319 Euro hat mich als Studentin erstmal schlucken lassen. Das ist fast mein Budget für zwei Monate Mensa-Essen! Aber wenn ich es auf die 12 Wochen der intensiven Begleitung umrechne, sind das etwa 3,80 Euro am Tag. Ein Kaffee weniger beim Bäcker, dafür meine psychische Gesundheit zurück. Das war es mir wert.

Ein neuer Blickwinkel: Alleinerziehende und der Welpen-Wahnsinn

Was mir in dem Kurs besonders geholfen hat, war ein Modul über verschiedene Lebensumstände. Ich dachte immer, ich hätte es schwer als Studentin mit Seminaren und Hausarbeiten. Aber dann habe ich die Geschichten von alleinerziehenden Eltern mit Kleinkindern gelesen. Ganz ehrlich? Hut ab.

Standard-Welpentraining erfordert oft diese 100%ige, ungeteilte Aufmerksamkeit. Wenn du aber ein Kleinkind hast, das gerade hinfällt, oder ein Baby, das gestillt werden muss, kannst du den Welpen nicht in der Sekunde korrigieren, in der er das Stuhlbein anknabbert. Der Kurs von Mirjam Cordt geht genau darauf ein – dass das Leben eben NICHT perfekt ist und man sich nicht fertigmachen darf, wenn das Training durch den Alltag unterbrochen wird. Das hat mir so viel Druck genommen. Wenn die das mit zwei Kindern schaffen, dann schaffe ich das hier in meiner WG auch!

Meine Bilanz nach drei Wochen (Stand 21. April 2026)

Wir sind jetzt seit dem 01. April ein Team. Es ist immer noch hart. Gestern hat er versucht, meine Seminarunterlagen zu fressen (KEIN WITZ, der Klassiker!), aber ich habe nicht geweint. Ich habe tief durchgeatmet, ihn sanft weggeschoben und ihm seine Alternative gegeben, wie ich es im Kurs gelernt habe.

Wenn du gerade an dem Punkt bist, an dem du nur noch weinen willst: Es ist okay. Es ist normal. Du bist keine schlechte Hundemama, nur weil du gerade überfordert bist. Die Suche nach dem passenden Tierschutzhund war erst der Anfang, jetzt beginnt die eigentliche Arbeit an uns selbst.

Ich kann dir wirklich ans Herz legen, dir Unterstützung zu holen, die über stumpfes Training hinausgeht. Mir hilft Lass das Glück einziehen enorm, weil es auch meine Emotionen ernst nimmt. Es gibt auch günstigere Alternativen wie den Traumhundgenerator, wenn das Budget wirklich extrem knapp ist, aber die tägliche Begleitung in der Einzugsphase war für mich der Rettungsanker.

Wir schaffen das. Ein Tag nach dem anderen. Und jetzt entschuldige mich, ich muss nachsehen, warum es im Flur gerade so verdächtig leise ist... ER HAT SCHON WIEDER MEINEN SCHUH!