
Ich sitze auf der Küchentreppe, die Steinstufen sind eiskalt an meinen Beinen und ich starre einfach nur die Essigreiniger-Flasche an. Es ist spät am Abend, draußen ist es längst dunkel und ich habe gerade zum zweiten Mal an diesem Abend das Bett abgezogen, weil dieser kleine, vier Kilo schwere Tierschutz-Mischling entschieden hat, dass meine Matratze die perfekte Toilette ist. Ich weine. Nicht so ein schönes Film-Weinen, sondern dieses hässliche, schluchzende Verzweiflungs-Heulen, weil ich einfach nicht mehr kann.
Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine Provision, aber für dich ändert sich absolut nichts am Preis. Ich schreibe hier nur über die Welpenkurse, die ich selbst gerade im tiefsten Chaos durcharbeite, um nicht den Verstand zu verlieren. Hier ist meine Offenlegung.
Eigentlich sollte das hier mein Traum sein. Ein Hund in Leipzig, lange Spaziergänge im Rosental, gemütliche Abende beim Lernen in meiner Einzimmerwohnung. Aber die Realität in Woche eins war: Der Welpe schläft nicht im eigenen Bett, er zerlegt Kissen und ich habe dieses brennende Gefühl in den Augenlidern während der Vorlesung am nächsten Morgen, weil ich seit drei Uhr nachts wach bin. Ich studiere Lehramt, ich sollte pädagogisch geschult sein, aber ich sitze hier und denke: ICH SCHAFFE DAS NICHT. Warum kann ich ein vier Kilo schweres Wesen nicht bändigen, ohne einen Nervenzusammenbruch zu kriegen?
Das Problem mit der Einzimmerwohnung und dem „Hundebett“
Wenn man online liest, heißt es oft: „Schick ihn einfach in sein Körbchen in einem anderen Raum.“ Ja, super Tipp, wenn man in einer 30-Quadratmeter-Wohnung in Reudnitz lebt, wo das „Schlafzimmer“ gleichzeitig das Wohnzimmer, das Büro und der Ort ist, an dem das Körbchen direkt neben dem Bett steht. Mein Welpe versteht den Unterschied einfach nicht. Für ihn ist alles eine große Kuschelzone – und mein Bett ist leider die Luxus-Suite.
Jedes Mal, wenn ich versuchte, ihn in sein Körbchen zu locken, passierte das Gleiche: Ich hielt ihm das hochwertigste Leckerli vor die Nase, er trottete rein, fraß es und in der Sekunde, in der ich mich wegdrehte, schoss er wie ein geölter Blitz zurück auf meine Decke. Es war ein ewiger Kreislauf aus Locken, Scheitern und Frust. Ich fühlte mich wie die schlechteste Hundemama der Welt. Meine Freunde, die keinen Hund haben, sagen immer nur: „Ach, der ist doch so süß!“ Aber niemand versteht, was Puppy Blues wirklich bedeutet – diese Mischung aus Schlafmangel, Überforderung und dem heimlichen Wunsch, den kleinen Kerl einfach wieder zurückzugeben.

Warum das Körbchen am Anfang eine Todeszone war
In der ersten Zeit war das Körbchen für ihn einfach nur ein Ort, an dem nichts Spannendes passierte. Oder noch schlimmer: Ein Ort, an dem er bleiben musste, während ich (einen Meter weiter) am Schreibtisch saß. Er hat gejault, er hat gebellt und er hat – mein persönliches Highlight – ein teures Dekokissen komplett zerfetzt, nur weil er frustriert war. Ich dachte echt, ich hätte einen Problemhund aus dem Tierschutz erwischt, dabei war er einfach nur ein 14 Wochen alter Welpe, der keine Ahnung hatte, was ich von ihm will.
Ich habe dann angefangen, alles aufzuschreiben. Mein Tagebuch der Verzweiflung. Und ich habe gemerkt, dass ich Hilfe brauche, die über „Hundeplatz-Kommandos“ hinausgeht. Ich brauchte jemanden, der mir erklärt, wie ich ihm Sicherheit gebe, ohne dass er meine Matratze ruiniert. Ich habe mich dann für den Kurs Lass das Glück einziehen entschieden. Was mich überzeugt hat? Die Statistik von DigiStore24, dass die Rückgabequote bei gerade mal 3 Prozent liegt. Das klang nach etwas, das wirklich funktioniert, selbst für jemanden wie mich, der nachts um elf Sprachnachrichten voller Geheule an seine beste Freundin schickt.
Besonders schwierig war es, als er anfing, alles anzukauen. Falls du das auch durchmachst, schau dir mal meine Erfahrungen zum Thema Welpe im Zahnwechsel an. Es wird besser, versprochen – auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt.
Der Wendepunkt: Sicherheit statt Gehorsam
Mitte Juni kam der Moment, an dem ich verstanden habe: Es geht nicht darum, dass er „funktionieren“ muss. Es geht darum, dass er sich im Körbchen sicher fühlen muss. In dem Online-Kurs von Mirjam Cordt wurde genau das thematisiert – dieser emotionale Stress, den wir uns beide gemacht haben. Ich habe aufgehört, ihn ins Körbchen zu „befehlen“. Stattdessen wurde das Körbchen der Ort, an dem es die allerbesten Dinge gibt, aber ganz ohne Druck.
Ich habe das Training in winzige Häppchen aufgeteilt. Wir reden hier von Fortschritten, die für Außenstehende lächerlich wirken, aber für mich waren sie wie ein Sechser im Lotto. Wenn er sich für zwei Minuten ruhig in sein Bett legte, während ich daneben auf dem Boden saß, war das ein Sieg. Ich habe auch gelernt, dass eine Box manchmal Wunder wirken kann, um diese räumliche Trennung in einer kleinen Wohnung überhaupt erst mal zu etablieren. Falls du das probieren willst, lies dir unbedingt meine Tipps zum Thema Welpe an die Hundebox gewöhnen durch. Das hat uns in den Nächten echt gerettet.

Meine Strategie für die Gewöhnung ans Körbchen
- Der Geruch: Ich habe ein altes T-Shirt von mir (das nach Uni-Stress und Kaffee riecht) in sein Körbchen gelegt. Das hat ihn sofort beruhigt.
- Fütterung nur noch dort: Jede Mahlzeit wurde im Körbchen serviert. Das Körbchen wurde zum „Restaurant“.
- Keine Schimpftiraden: Auch wenn ich innerlich gekocht habe, wenn er wieder aufs Bett sprang – ich habe ihn wortlos und ruhig runtergehoben. Jedes Mal. Gefühlt tausendmal am Tag.
- Kausachen: Kauen beruhigt. Er bekam seine Kauartikel nur noch in seinem Bett.
Was mir auch geholfen hat, war der Online Hundeschule Welpenkurs. Der hat stolze 57 Lektionen, was mich am Anfang fast erschlagen hat, aber als Nachschlagewerk ist er genial. Wenn er mal wieder ein neues bizarres Verhalten zeigt, schaue ich einfach kurz rein. Es gibt mir das Gefühl, nicht ganz allein im Wald zu stehen.
Die „Puppy Blues“ Krise und die Einsamkeit als Studentin
Es gab Tage Ende Juni, da saß ich in der Bibliothek und konnte mich null auf meine Hausarbeit konzentrieren. Mein Kopf war nur bei diesem kleinen Wesen zu Hause. Schläft er? Zerstört er gerade mein Sofa? Muss er mal? Meine Kommilitonen reden über Partys im Werk 2 oder am Cospudener See, und ich rede über Kot-Konsistenz und Pipi-Unfälle. Man fühlt sich unglaublich isoliert.
Der stechende Geruch von Essigreiniger auf meiner Matratze und dieser feuchte Fleck, der einfach nicht trocknen wollte... das war mein persönlicher Tiefpunkt. Ich dachte: „Ich bin buchstäblich dabei, Lehrerin zu werden, warum kann ich nicht mal einen vier Kilo schweren Hund managen?“ Aber genau das ist der Punkt: Man muss es lernen. Niemand wird als Hundetrainer geboren. Und ein Tierschutzwelpe bringt oft noch mal ganz eigene Ängste mit.
Ich habe mir dann den Traumhundgenerator angeschaut, weil der über 12 Wochen geht und einem tägliche kleine Aufgaben gibt. Das hat mir Struktur gegeben, die ich im Uni-Alltag sowieso brauche. Es hat mir geholfen, den Fokus von „Der Hund muss aufhören, ins Bett zu pinkeln“ zu „Wie bauen wir eine Bindung auf“ zu verschieben.

Ein kleiner Sieg im Juli
Jetzt, Ende Juli, ist etwas Magisches passiert. Ich lag im Bett und habe gelesen (für mein Seminar über Bildungsgeschichte, gähn). Und plötzlich hörte ich dieses tiefe Seufzen vom Boden. Ich schaute über den Bettrand und da lag er. Freiwillig. In seinem Körbchen. Er hat sich dreimal im Kreis gedreht, seine Schnauze unter meine alten Socken geschoben und ist eingeschlafen.
Ich hätte fast wieder geweint, aber diesmal vor Erleichterung. Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Er zieht immer noch wie ein Irrer an der Leine (dafür habe ich mir schon Tipps geholt, siehe Welpe beißt in die Leine), und manchmal vergisst er immer noch, dass er eigentlich stubenrein sein sollte. Aber dieses eine Mal, als er sich für SEIN Bett entschieden hat, wusste ich: Wir schaffen das.
Wenn du auch gerade an diesem Punkt bist, wo du den Hund am liebsten auf eBay Kleinanzeigen setzen würdest (nur so ein kurzer Gedanke, wir würden es nie tun!): Atme tief durch. Es ist okay, überfordert zu sein. Such dir Hilfe, die zu deinem Leben passt. Für mich war es der Kurs Lass das Glück einziehen, weil er mir gezeigt hat, dass meine Gefühle normal sind und dass wir erst mal eine emotionale Basis brauchen, bevor das mit dem Körbchen klappt. Schau dir den Kurs unbedingt mal an, wenn du auch gerade nachts weinst – er ist jeden Cent wert, um wieder ruhig schlafen zu können.
Du bist nicht allein mit deinem kleinen Monster. Irgendwann schlafen sie alle – und hoffentlich nicht auf deinem Kopfkissen.