Wohnung welpensicher machen: Tipps für ein sicheres Zuhause für Hunde

Wohnung welpensicher machen als Ersthund-Besitzerin: sicherer Wohnbereich für einen Tierschutz-Welpen

Der Karabiner vom Türschutzgitter schnappt ins Schloss, und schon drückt sich eine feuchte Nase durch die Stäbe, testet die Lücke, findet sie keinen Millimeter breiter als gestern. So sieht bei mir gerade fast jeder Abend aus, seit ich als absolute Ersthund-Besitzerin einen Tierschutz-Welpen bei mir aufgenommen habe und meine Wohnung Stück für Stück welpensicher mache. Was mir dabei inzwischen mehr hilft als jede neue Anschaffung, ist die Erkenntnis, dass es zwei ziemlich unterschiedliche Wege gibt, eine Wohnung sicher zu machen – und dass keiner davon allein reicht. Wer gerade mitten im Puppy Blues steckt und panisch überlegt, ob jetzt wirklich die halbe Wohnung ausgeräumt werden muss, für den lohnt sich ein ehrlicher Vergleich der beiden Ansätze.

Zwei völlig unterschiedliche Wege führen zu einer welpensicheren Wohnung

Meine erste Reaktion nach der ersten schlaflosen Nacht war maximal: alles hochräumen, jede Ecke absichern, bis die Wohnung aussieht wie ein Möbelhaus kurz vor Ladenschluss. Nennen wir das den Rundum-sicher-Modus. Die zweite Reaktion kam erst später, nachdem Puppy Blues für mich mehr als nur ein Wort geworden war: bewusst ein paar Dinge liegen lassen und stattdessen Grenzen trainieren, statt jede Gefahr einfach verschwinden zu lassen. Nennen wir das die Grenzen-Methode.

Beide haben ihre Momente, nur eben völlig unterschiedliche.

Tierschutz-Welpe kaut an einem Stromkabel – Wohnung welpensicher machen gegen Kabelgefahren

Der Rundum-sicher-Modus

Rundum-sicher bedeutet bei mir: Kabelkanäle über jede Strippe kleben, die Monstera und den Efeu auf ein Regal verbannen, das kein Welpe je erreicht, und Haargummis, Kleinteile sowie die Legosteine meines Neffen konsequent in Kisten mit Deckel packen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Ich kann kurz aufs Klo gehen, ohne dass währenddessen ein Drama passiert. Der Nachteil zeigt sich erst später, nämlich genau dann, wenn doch mal eine Socke auf dem Boden liegt, weil ich sie beim Wäschesortieren übersehen habe.

Einmal dachte ich, ich mache es ihm leichter, wenn ich eine alte Decke mit meinem Geruch ins Körbchen lege, damit er sich in der ungewohnten Wohnung sicherer fühlt. Ergebnis: Er hat sie fast augenblicklich in Fetzen gerissen, als wäre es ein Wettbewerb.

Trost bedeutet für ihn offenbar nicht das, was ich dachte.

Als ich Svenja mitten in der Nacht eine ziemlich panische Sprachnachricht geschickt habe, weil ich nicht wusste, ob ich jetzt doch alles wegräumen soll, hat sie innerhalb von Minuten geantwortet, obwohl es schon weit nach Mitternacht war. Ihre Antwort war nüchtern: einen Mittelweg zu suchen sei normal, und die Suche danach höre wahrscheinlich nie ganz auf.

Warum ich nicht alles wegräume

Ich probiere es trotzdem nicht mit dem Rundum-Modus für die komplette Wohnung, weil er dann nie lernt, was tabu ist. Sobald er ausschließlich Zimmer betritt, in denen nichts riecht und nichts reizt, übt er auch nicht, an einem erlaubten Gegenstand hängen zu bleiben statt an meinen Schuhen. Frustrationstoleranz – dieses Wort aus dem Kurs, das ich anfangs komisch fand – entsteht nur, wenn er ab und zu auf etwas trifft, das er nicht haben darf, und lernt, sich davon abzuwenden. Dass er dabei nebenbei auch übt, wie fest er überhaupt zubeißen darf, wenn ihm mal ein Fuß oder eine Hand in die Quere kommt, ist nochmal ein ganz eigenes Thema.

Also lasse ich bewusst ein paar erlaubte Dinge liegen und korrigiere ihn, wenn er an die falschen Sachen geht. Anstrengend ist das, GOTT, es kostet Nerven. Aber räume ich alles weg, habe ich auf Dauer einen Hund, der komplett ausrastet, sobald irgendwo eine Socke liegt. Besonders wenn der Zahnwechsel näherrückt, wird das Kauen noch mal eine andere Hausnummer, und dann will ich, dass er wenigstens die Grundregel schon kennt.

Grenzen setzen statt nur wegsperren

Türschutzgitter zeigen ziemlich gut, dass sich beide Ansätze nicht ausschließen. Die Standardhöhe von etwa 75 Zentimetern reicht bei den meisten Mischlingswelpen aus, damit sie nicht einfach drüberhüpfen, und trotzdem bleibt die Küche für ihn erreichbar, sobald ich das Gitter öffne. Rundum-sicher, weil er nicht an den Herd kommt, und Grenzen-Methode, weil er lernt, dass die Küche während des Kochens tabu ist, ohne komplett isoliert zu sein – wie viel Alleinsein ein Welpe in diesem Alter überhaupt verträgt, ist nochmal ein eigenes Thema für sich.

An der Wohnungstür zeigt sich das inzwischen am deutlichsten. Neulich, kurz bevor wir Richtung Cospudener See losgehen wollten, blieb er einfach sitzen und schaute zu mir hoch, statt sich sofort ins Treppenhaus zu stürzen, wie er es in den ersten Wochen ständig gemacht hat. Genau in diesem Moment zu loben, nicht irgendwann später, wenn er längst etwas anderes macht, ist wahrscheinlich der Grund, warum das überhaupt hängengeblieben ist. Ein Welpe, der wirklich abwartet, hat übrigens einen ganz anderen Blick als einer, der nur kurz stillhält, weil er die nächste Aktion plant.

Weißes Türschutzgitter als Grenzen-Methode beim Wohnung welpensicher machen

Kabel, Pflanzen, Kleinteile: die Pflichtliste für beide Wege

Kabel, Zimmerpflanzen und Kleinteile landen bei mir unabhängig vom gewählten Ansatz auf derselben Liste. Kabelkanäle kommen über jede erreichbare Strippe, weil ein Stromkabel für einen Welpen aussieht wie ein besonders spannendes Kaustück. Giftige Zimmerpflanzen wandern nach oben, Haargummis landen in Kisten mit Deckel, und alles auf Kniehöhe gilt für ihn erstmal als potenzielles Spielzeug. Das ist der Teil, in dem es keine zwei Meinungen gibt – das macht jeder, egal wie er den Rest organisiert.

Bei der Stubenreinheit hilft mir eine Inkontinenz-Auflage fürs Bett inzwischen mehr als jedes Wegräumen, weil die Blase in diesem Alter einfach noch nicht zuverlässig funktioniert – warum genau, ist eine andere Geschichte. Wann und ob er lieber drinnen als draußen löst, hängt oft an ganz anderen Stellschrauben, dazu habe ich woanders ausführlicher geschrieben, nachdem der Welpe nicht draußen gemacht hat, sondern brav gewartet hat, bis wir wieder im Wohnzimmer standen.

Giftpflanze Monstera außer Reichweite – wichtiger Schritt beim Wohnung welpensicher machen

Ruhe ist genauso wichtig wie Sicherheit

Ruhe spielt bei beiden Wegen eine Rolle, die leicht unterschätzt wird. Ein Welpe in diesem Alter braucht extrem viel Schlaf, und eine Wohnung, die nur noch aus spannenden Reizen besteht, sorgt eher für einen übermüdeten, quengeligen Hund als für einen ausgeglichenen. Seit ich nur noch ein oder zwei Spielsachen im Zimmer liegen lasse statt zehn, wird er schneller ruhig – wie viel Schlaf junge Hunde wirklich brauchen, hatte ich vorher komplett unterschätzt. Ob er dann auch zuverlässig durchschläft, ist wieder ein eigenes Kapitel, das ich hier bewusst nicht aufmache.

Verdächtige Stille im Nebenzimmer ist bei beiden Ansätzen der Moment, der über Erfolg oder Chaos entscheidet. Ruhig zu bleiben, statt sofort loszustürmen und in Panik zu geraten, habe ich über die Hundetrainer Tipps für Anfänger gelernt, und es hat mir öfter den Hintern gerettet, als mir lieb ist. Es gibt die zufriedene Stille und die Stille davor, dass gerade ein Kopfhörerkabel sein Ende findet, und mit der Zeit hörst du den Unterschied fast, bevor du überhaupt ins Zimmer schaust.

Ersthund-Besitzerin streichelt schlafenden Tierschutz-Welpen nach dem Wohnung welpensicher machen

Welcher Weg passt zu welcher Wohnung?

Für eine enge Wohnung mit viel Durchgangsverkehr, in der ständig Besuch klingelt oder eine WG mit wechselnden Putzgewohnheiten herrscht, lohnt sich der Rundum-sicher-Modus mehr – weniger Gegenstände bedeuten weniger Chancen für Missgeschicke, die man selbst gar nicht kommen sieht. Für einen ruhigeren Haushalt, in dem meistens jemand in Sichtweite ist, funktioniert die Grenzen-Methode besser, weil der Welpe dabei schneller lernt, wo die Kante zwischen erlaubt und tabu verläuft.

In der Prüfungsphase, wenn ohnehin kaum Kapazität für ständiges Beobachten übrig ist, wechsle ich selbst eher Richtung Rundum-sicher, einfach weil dann die Nerven für Korrektionen fehlen. Sobald mehr Luft im Kalender ist, etwa zwischen zwei Hausarbeiten, schleiche ich mich wieder Richtung Grenzen-Methode, weil sie langfristig mehr bringt, auch wenn sie in dem Moment anstrengender ist.

Zwischen beiden Wegen zu wechseln bleibt normal, keine einmalige Entscheidung für immer. Was bei einem ruhigen WG-Zimmer als Rundum-sicher gilt, wirkt bei einem besonders wilden Tierschutz-Mix schon fast übertrieben, und umgekehrt reicht die Grenzen-Methode bei einem stürmischen Welpen manchmal einfach nicht aus. Probiert beides an eurer eigenen Wohnung aus, bevor ihr euch für eine Seite entscheidet – eure Couch wird es euch danken, so oder so.