Welpe Namen beibringen: Wie mein Mischling endlich auf seinen Namen hört

Welpe Namen beibringen: Wie mein Mischling endlich auf seinen Namen hört

Ich saß an einem Dienstagabend Mitte Mai auf meiner Küchentreppe in Leipzig und habe einfach nur geheult. In mein einziges noch sauberes Geschirrtuch. Vor mir lagen die Überreste meines geliebten Samtkissens – über die ganze Wohnung verteilt wie Konfetti einer Party, zu der ich nicht eingeladen war. Und der Verursacher? Mein kleiner Mischling, gerade mal 14 Wochen alt, starrte mich mit schiefem Kopf an, als wollte er sagen: "War was?" Ich hatte seinen Namen sicher zwanzigmal gerufen. Er hat nicht mal mit dem Ohr gezuckt. Nichts. NULL REAKTION.

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Kurz vorab: Ich bin keine Hundetrainerin. Ich bin eine 27-jährige Lehramtsstudentin, die sich nach ewigem Zögern diesen kleinen Kerl aus dem Tierschutz geholt hat. Und ich sage es euch, wie es ist: Ich bin oft kurz vorm Durchdrehen. Falls du über einen meiner Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Das kostet dich keinen Cent extra, hilft mir aber, die Unmengen an Küchenrolle zu finanzieren, die ich hier verbrauche. Ich schreibe nur über Kurse, die ich selbst gerade durcharbeite, um nicht völlig den Verstand zu verlieren. Hier findest du meine komplette Offenlegung.

Woche eins: Zwischen Pipi-Pfützen und totaler Erschöpfung

Die ersten Tage waren… nun ja, ein Schock. Man liest so viel über das Glück mit dem ersten eigenen Hund, aber niemand sagt dir, wie sich Puppy Blues wirklich anfühlt. Ich erinnere mich an diesen einen Moment spät in der Nacht, als ich barfuß ins Schlafzimmer schlich und dieses kalte, feuchte Gefühl unter den Zehen spürte. Eine frische Pfütze auf der Daunendecke. Mitten in der Nacht. Ich stand da, völlig übermüdet, und hätte ihn am liebsten sofort wieder zurückgebracht. Mein ganzer Freundeskreis in Leipzig versteht das nicht – die denken, ein Welpe ist wie ein flauschiges Accessoire für den Park.

Dabei ist die Realität eher: Welpe macht nicht draußen, die Mitbewohnerin beschwert sich über das Jaulen und ich starre verzweifelt auf meine Pädagogik-Lehrbücher. Ironisch, oder? Ich lerne, wie man Kinder unterrichtet, aber ich schaffe es nicht mal, dass ein kleiner Hund seinen Namen versteht. In meinem Studium lerne ich alles über positive Verstärkung, aber wenn das dritte Kissen zerlegt wird, fühlen sich diese Theorien verdammt weit weg an.

Nahaufnahme einer Hand die einem Welpen ein Leckerli zur Belohnung gibt

Warum er einfach nicht gehört hat (Spoiler: Ich war das Problem)

Ich dachte, ich muss den Namen einfach nur oft genug sagen. "Bello! Bello! BELLO!" (Nein, er heißt nicht Bello, aber ihr wisst, was ich meine). Ende der zweiten Woche war ich so weit, dass ich seinen Namen nur noch in einem schrillen, verzweifelten Tonfall durch den Clara-Zetkin-Park gebrüllt habe. Er war währenddessen völlig fixiert auf eine weggeworfene Döner-Verpackung. Ich spürte die wertenden Blicke der anderen Passanten richtig im Nacken. Ich kam mir vor wie die schlechteste Hundemama der Welt.

Ich hatte völlig unterschätzt, dass ein Hund aus dem Tierschutz oft eine ganz andere Vorgeschichte hat. Vielleicht war sein Name früher negativ besetzt? Vielleicht wurde er nur gerufen, wenn es Ärger gab? Jedes Mal, wenn ich seinen Namen rief, wenn er gerade etwas "Böses" tat, verknüpfte er den Namen mit meinem Frust. Der Name wurde für ihn zum Signal für: "Oje, jetzt wird sie gleich wieder laut."

Irgendwann saß ich nachts am Schreibtisch, eigentlich sollte ich eine Hausarbeit schreiben, aber ich suchte stattdessen nach Hilfe. Ich brauchte etwas, das über die mechanischen Tipps von YouTube hinausgeht. So bin ich auf den Kurs Lass das Glück einziehen von Mirjam Cordt gestoßen. Was mich direkt abgeholt hat: Die niedrige Rückgabequote von nur rund 3 Prozent laut DigiStore24-Statistik. Das klang für mich nach etwas, das wirklich funktioniert und nicht nur leere Versprechen macht.

Der Wendepunkt: Den Namen neu aufladen

Anfang Juli habe ich angefangen, alles umzustellen. In dem Kurs wurde mir klar, dass der Name das schönste Wort der Welt für meinen Hund sein muss. Nicht die Ankündigung von Schimpfe, sondern die Ankündigung von Party, Keks und Liebe! Ich habe aufgehört, seinen Namen zu benutzen, wenn er gerade die Schuhe meiner Mitbewohnerin ankaut. Dafür sage ich jetzt eher sowas wie "Abbruch" oder – wenn ich ehrlich bin – ein verzweifeltes "NEEEIN".

Wir haben in ganz kleinen Schritten angefangen. In der Küche, ohne Ablenkung. Ich sage seinen Namen – er schaut – ZACK, Keks. Am Anfang hat er mich nur verständnislos angeschaut. Aber nach ein paar Tagen passierte es: Ich saß auf dem Sofa, er schnüffelte am Teppich (hoffentlich nur schnüffeln!), ich sagte leise seinen Namen. Und er drehte den Kopf zu mir. Ohne dass ich mit der Leckerli-Tüte geraschelt habe. In diesem Moment spürte ich, wie sich die ganze Anspannung in meinen Schultern löste. Ein winziger Sieg, aber für mich fühlte es sich an wie das Bestehen des Staatsexamens.

Mein tägliches Training sieht jetzt so aus:

Es ist ein Prozess. Es gibt immer noch Tage, an denen er mich ignoriert, besonders wenn er ständig Aufmerksamkeit fordert und ich eigentlich ein Online-Seminar habe. Aber es wird besser. Wir lernen gerade auch, wie er im Körbchen bleibt, was eine ganz eigene Herausforderung ist. Falls du da auch Probleme hast, schau mal hier: Welpe schläft nicht im eigenen Bett.

Warum die emotionale Seite so wichtig ist

Was mir in den ganzen Standard-Ratgebern gefehlt hat, war das Thema Überforderung beim Besitzer. Alle reden immer nur davon, was der Hund lernen muss. Aber was ist mit uns? Was ist mit den Abenden auf der Küchentreppe? Der Kurs Lass das Glück einziehen war für mich deshalb so wertvoll, weil er genau das anspricht. Es geht nicht nur um Sitz, Platz, Fuß, sondern darum, wie man als Team zusammenwächst, wenn der Start holprig war.

Ich habe auch kurz über den Online Hundeschule Welpenkurs nachgedacht, der mit seinen 57 Lektionen echt viel Material bietet, aber für mich war der Fokus auf die emotionale Bindung bei einem Tierschutz-Hund erst mal wichtiger. Vielleicht nutze ich den später noch als Nachschlagewerk, wenn wir an den Feinheiten arbeiten.

Gestern beim Gassi gehen ist etwas Tolles passiert. Er war an der langen Leine, hat intensiv an einem Grashalm geschnüffelt. Ich habe seinen Namen gerufen – nur einmal, ganz ruhig. Er hat sofort abgestoppt, ist zu mir hergeflitzt und hat mich mit diesem typischen Welpen-Grinsen angeschaut. Keine Spur mehr von dem Meideverhalten, das er am Anfang hatte. Ich hätte ihn fast zerquetscht vor Glück (und ja, er hat dafür den Jackpot-Keks bekommen).

Wenn du also auch gerade mit deinem Welpen kämpfst und das Gefühl hast, er hört dich gar nicht: Du bist nicht allein. Es ist okay, verzweifelt zu sein. Es ist okay, zu weinen. Aber gib ihm und dir Zeit. Und such dir Hilfe, die nicht nur aus "Du musst dominanter sein"-Sprüchen besteht. Das braucht kein Mensch, und dein Hund schon gar nicht. Wir machen jetzt weiter mit dem Training und ich hoffe, dass er bald auch lernt, dass meine Socken kein Kauspielzeug sind. Aber eins nach dem anderen, oder? Wenn du auch gerade erst startest, schau dir den Kurs von Mirjam Cordt wirklich mal an – er hat mir geholfen, aus diesem tiefen Puppy-Blues-Loch wieder rauszukommen und meinen Hund mit ganz anderen Augen zu sehen.